

Zurück bei 1860
„Das ganze Umfeld war wie immer,...
„Das ganze Umfeld war wie immer, viele Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, das Löwenstüberl, sogar die Kiebitze sind noch die gleichen", erzählt Daniel Bierofka, „es ist nicht so gewesen, als ob man zu einem neuen Verein kommt". Was die Mannschaft, seine neuen Kollegen betrifft, habe sich allerdings schon einiges getan, alte Bekannte seien lediglich noch Torben Hoffmann, Michael Hofmann und der zweite Rückkehrer Markus Schroth. „Das ist ein komplett neues Team." Aus den Augen hat der gebürtige Münchner den TSV 1860 während der gesamten Zeit seiner Abwesenheit ohnehin niemals verloren, auch wenn der „direkte Kontakt" durch die räumliche Abwesenheit zwangsläufig nicht mehr gepflegt werden konnte. „Einmal habe ich beim Training vorbeigeschaut, das war noch unter Rudi Bommer. Aber über meine Eltern war ich eigentlich immer bestens informiert." Insbesondere sein Vater Wilhelm „Willi" Bierofka, in den 70er Jahren selbst als Spieler und von 1988 bis 1990 als Trainer bei den Löwen aktiv, hat die Liebe zu den Blauen an seinen Sohn weitergegeben. Klar, dass nicht zuletzt er sich über die Rückkehr zu den Wurzeln ganz besonders freut. „Jetzt muss er wenigstens nicht mehr so weit fahren, um mich spielen zu sehen", erzählt die neue Nummer 7 lachend. In der Tat habe Willi Bierofka stets versucht, kein Spiel seines Sohnes zu verpassen; der Wechsel von Leverkusen zum VfB Stuttgart hat den fahrtechnischen Aufwand zwar bereits erheblich erleichtert, aber Heimspiele in der Allianz Arena seien ihm natürlich am liebsten: „Mit den Sechzigern ist er eben schon sehr eng verbunden."Dass sich der 28-Jährige trotz Angeboten aus der Bundesliga für die Löwen und damit sogar für die Zweite Liga entschied, hat tatsächlich sehr viel mit einer „Herzensangelegenheit" zu tun. Zum einen seien hier in München seine Familie, Freunde, sein Umfeld. „München entspricht einfach meinem Naturell", betont er und erinnert sich an die ersten Monate in Leverkusen. „Das war schon eine riesige Umstellung und anfangs ziemlich schwierig. Erst nach ein paar Monaten hatten wir uns dort einigermaßen eingelebt." Neben der emotionalen Nähe zum Süden Deutschlands wollte er unbedingt wieder bei einem Verein spielen, wo „ich selbst hundertprozentig dahinter stehe und Spaß habe". Er wollte wieder regelmäßig zum Einsatz kommen, bei einem Trainer, „der mich voll unterstützt". Diesen Eindruck hatte er am Ende der vergangenen Saison beim VfB Stuttgart und Trainer Armin Veh nicht mehr gehabt. Die Aussicht, vielleicht erneut - wie in der vergangenen Saison - viele Spiele von der Bank aus verfolgen zu müssen und kaum einmal eine Partie über 90 Minuten bestreiten zu dürfen, haben schließlich seinen Entschluss für einen Wechsel nachhaltig bestärkt. „Ich weiß, dass ich nur dann an meine Leistungsgrenze komme, wenn ich mich absolut wohl fühle", betont Bierofka, „und bei den Löwen habe ich dieses Gefühl". Und deshalb war es eigentlich nur logisch, dass er die Angebote aus Bielefeld oder Bochum nicht angenommen hat - trotz des sportlichen Anreizes der Bundesliga. „Bei meinem möglicherweise letzten Vertrag, den ich in meiner Karriere unterschreibe, sollte einfach alles stimmen." Kurze Informationen über mein Management: Meine ersten beruflichen Kontakte mit Fußball knüpfte ich mit den Ingolstädter Vereinen MTV und ESV in den 70er-Jahren, beide spielten in der 2. Bundesliga, ich übte eine beratende Tätigkeit aus. Einer meiner größten Erfolge war die Sichtung von Karlheinz Riedle, der es immerhin zum Weltmeister, Championsleague-Sieger und zu Deutscher-Meister-Ehren brachte. 1982 ging ich nach Berlin, tätig im Management. 1986 wechselte ich zum VFB Stuttgart und übernahm die Beobachtung und Sichtung von Spielern. Von 1990 bis 1992 war ich für den SC Freiburg tätig. Ab 1992 arbeitete ich mit diversen Spielerberatern zusammen. Da es mit den meisten Beratern mit Ehrlichkeit und Fairness nicht weit her ist, habe ich mich im März 2004 entschlossen, die Lizenz selbst zu erwerben. Mein Motto ist: Ehrlichkeit währt am Längsten!